Anwendungsbereich

Der Anwendungsbereich von Tadalafil erstreckt sich auf Erektionsstörungen, die im medizinischen Fachjargon als erektile Dysfunktion bezeichnet werden, die von den Begriffen Impotenz und Sterilität zu unterscheiden ist. Während Impotenz ein weitläufiger Begriff für eine Vielzahl von Krankheitsbildern ist, die mit Erektionsstörungen einhergehen, handelt es sich bei der Sterilität um die fehlende Fähigkeit des Mannes, sich fortzupflanzen, was mit Erektionsstörungen verbunden ist. Die erektile Dysfunktion ist eine von mehreren sexuellen Funktionsstörungen beim Mann, die mit weiteren Störungen einhergehen kann. Meist wird sie begleitet von Störungen der Libido, also von einem fehlenden sexuellen Verlangen, Orgasmusstörungen wie beispielsweise ein vorzeitiger oder verzögerter Samenerguss oder auch von Ejakulationsstörungen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Die erektile Dysfunktion erklärt

1. Der physiologische Vorgang einer Erektion

Der Penis besteht aus Schwellkörpergewebe, das eine schwammartige Struktur aufweist. Eine Erektion tritt vereinfacht erklärt dadurch auf, dass durch den Erregungszustand die Blutzufuhr erhöht wird, wodurch sich die Arterien erweitern und das Blut durch den erhöhten Druck in das schwammartige Gewebe der Schwellkörper gepumpt wird. Die Schwellkörper wiederum sind umgeben von festem Bindegewebe der Schwellkörperwand. Die für den Blutabstrom verantwortlichen Blutgefäße, die Venen, werden auf diese Weise zusammengepresst. Der erhöhte Druck in den Schwellkörpern führt letztendlich zu einer Versteifung des Penis und dazu, dass er sich aufrichtet. Insgesamt ist die physiologische Erektion ein sehr komplexer Vorgang und bedingt durch ein Zusammenspiel von Nerven, Blutgefäßen und Hormonen im Gehirn, im Rückenmark sowie im Becken. Gestört werden kann sie durch psychische Faktoren, durch Gefäß- und Nervenerkrankungen, durch Hormonstörungen sowie durch Veränderungen des Schwellkörpergewebes, wobei häufig mehrere Faktoren für Erektionsstörungen bestimmend sind.

2. Die Auswirkungen einer erektilen Dysfunktion

Eine Erektionsstörung beeinträchtigt die Sexualität eines Mannes und zeigt sich durch eine mangelnde Versteifungsfähigkeit des Penis und auch hinsichtlich der Dauer der Versteifung. Dies geschieht, obwohl er in den meisten Fällen sexuelle Lust verspürt. Dennoch gelingt es ihm nicht, eine Erektion zu erreichen oder diese lange genug aufrechtzuerhalten. Die erektile Dysfunktion wird dann als solche diagnostiziert, wenn sie über einen längeren Zeitraum von mindestens sechs Monaten anhält und in mindestens 70 Prozent ohne ausreichende Peniserektion endet. Die erektile Dysfunktion kann von sexuellen Funktionsstörungen begleitet werden, was sich durch einen vorzeitigen oder auch verzögerten Samenerguss äußern kann.

3. Die erektile Dysfunktion und ihre Häufigkeit

Mit zunehmendem Alter nehmen Erektionsstörungen zu, was in medizinischen Studien nachgewiesen wurde. In Zahlen ausgedrückt sind rund 8 Prozent der Männer im Alter zwischen 40 und 49 Jahren betroffen, während die Erektionsstörungen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren auf 16 Prozent ansteigen und im Alter zwischen 60 und 69 Jahren gar auf 37 Prozent. Es gibt einige Risikofaktoren die neben dem Alter das Auftreten von Erektionsstörungen begünstigen. Doch nicht jede erektile Dysfunktion ist von Dauer. Manche Erektionsstörungen treten nur gelegentlich oder auch nur vorübergehend auf. Sofern sie jedoch anhalten, können sie nicht nur die Sexualität beeinträchtigen, sondern auch das Selbstwertgefühl eines Mannes mindern.

4. Risikofaktoren für das Auftreten von Erektionsstörungen

Eine erektile Dysfunktion kann vielerlei Ursachen haben. Einer der Hauptrisikofaktoren für das Auftreten von Erektionsstörungen ist das Rauchen. Manche Erektionsstörungen treten allerdings auch ohne erkennbare Ursache auf oder auch als Folge einer Vorerkrankung wie beispielsweise Diabetes mellitus, Arteriosklerose, Bluthochdruck, bedingt durch eine Nervenerkrankung oder auch als Folge der Einnahme von Medikamenten, beispielsweise Antidepressiva oder Medikamente gegen Bluthochdruck. Erektionsstörungen können auch Folge einer Verletzung sein, beispielsweise einer Beckenfraktur, oder als Folge von Operationen. Dies gilt insbesondere für Operationen bei Prostatakrebs oder auch bei einer durch ein Rektumkarzinom bedingten Operation im Enddarm. Manchmal treffen auch mehrere Faktoren aufeinander, wobei bei jüngeren Männern zumeist psychische Faktoren überwiegen und mit zunehmendem Alter körperliche Komponenten als Ursache für Erektionsstörungen überwiegen. In jedem Fall ist es wichtig, bei Erektionsstörungen einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache zu klären und entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können.

5. Notwendige Untersuchungen und medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Da sich hinter Erektionsstörungen auch ernsthafte Erkrankungen verbergen können, ist eine gründliche ärztliche Untersuchung in einem frühen Stadium anzuraten. Am Anfang steht eine ausführliche Befragung des Betroffenen, an die sich Untersuchungen, die Messung verschiedener Blutwerte und auch eine Überprüfung des Hormonhaushaltes anschließen. Um eine erektile Dysfunktion zu diagnostizieren, können auch neurologische und psychologische Untersuchungsmethoden herangezogen werden ebenso wie Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen. Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten, um Erektionsstörungen zu therapieren. Keineswegs sollte man(n) sich diesem Schicksal fügen, sondern aktiv dagegen vorgehen. Zu den möglichen Therapieansätzen gehört die Behandlung mit den sogenannten PDE-5-Hemmern, den Phosphodiesterase-5-Hemmern. Das erste Präparat dieser Art wurde 1998 zugelassen. Es handelt sich um Viagra, das eigentlich als Medikament gegen die Behandlung von Lungenbluthochdruck gedacht war. Sozusagen als Nebenwirkung wurde Viagra als potenzförderndes Mittel von an Studien teilnehmenden Patienten entdeckt. Es folgten weitere PDE-5-Hemmer, von denen eines Tadalafil (Cialis©) ist, das sich von anderen Präparaten durch die Wirkdauer und den Stoffwechsel im Körper unterscheidet. Die Wirkung der PDE-5 Hemmer zielt darauf ab, die Blutgefäße am Penis zu erweitern, die ihn mit Blut versorgen, wodurch die Erektionsfähigkeit verbessert wird. Tadalafil hilft Männern, die an einer Potenzstörung, der sogenannten erektilen Dysfunktion, leiden. Ein PDE-5-Hemmer hemmt ein Enzym, das unter anderem die für die Erektion wichtige Erweiterung der Blutgefäße im Schwellkörper steuert. Durch diese Hemmung strömt mehr Blut in den Penis, so dass eine Erektion die Folge ist. Möglicherweise können Potenzprobleme der Vorbote eines Herzinfarktes oder eines Schlaganfalls sein oder ein Zeichen für die Erkrankung der Herzkranzgefäße. Darüber hinaus ist es wichtig, das Zusammenspiel von Tadalafil mit anderen Medikamenten zu überprüfen. So können in anderen Arzneimitteln enthaltene Nitrate und die Einnahme eines PDE-5-Hemmers zu einem lebensgefährlichen Kreislaufschock führen, da die Gefäße erweitert werden und sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken.

6. Vorbeugende Maßnahmen gegen Erektionsstörungen

Erektionsstörungen können eine oder auch mehrere parallele Ursachen haben, weshalb gezielte Maßnahmen, die der Vorbeugung dienen, nicht möglich sind. Positiv auf sexuelle Aktivitäten wirken sich eine gesunde Lebensführung, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung sowie Beckenbodentraining aus, das gleichermaßen für Frauen und auch für Männer geeignet ist. Andererseits können sexuelle Aktivitäten eingeschränkt werden durch Übergewicht sowie einen übermäßigen Alkohol-, Nikotin- und Drogenkonsum. Weitere mögliche begünstigende Faktoren für Erektionsstörungen können Leistungsdruck im privaten und beruflichen Umfeld sein ebenso wie nicht bewältigte Partnerschafts- und Persönlichkeitskonflikte, bei denen es sinnvoll sein kann, diese gegebenenfalls mit professioneller Hilfe zu lösen.